|
den Franzosen zunächst aus dem italienischen rinascimento
abgeleitet und dann im deutschsprachigen Schrifttum um 1840 aus dem
Französischen entlehnt, um eine kulturgeschichtliche Epoche Europas
während des Übergangs vom Mittelalter zur Neuzeit zu benennen.
Die Epoche der Renaissance wird deshalb so bezeichnet,
weil die Wiedergeburt der Antike eines der Ideale jener Zeit war. Diese
Wiedergeburt des antiken Geistes schlug sich besonders in den Künsten
und ihren neuen, als fortschrittlich empfundenen Prinzipien nieder. Der
Renaissance voraus ging die kunstgeschichtliche Epoche der Gotik, der
Renaissance folgte der Barock.
Neben der Epoche der Renaissance, die als geistige
Bewegung im 14. Jahrhundert einsetzt und sich seit dem 15. Jahrhundert
im europäischen Abendland vor allem in der Kunst manifestiert,
unterscheiden manche Experten auch noch die so genannten
mittelalterlichen Renaissancen:
- die Karolingische Renaissance des 8. und 9.
Jahrhunderts,
- die Ottonische Renaissance des 10. und 11.
Jahrhunderts,
- die Protorenaissance in der Toskana und im
Südfrankreich des 11. bis 13. Jahrhunderts sowie
- die süditalienischen Renaissancen unter dem
Stauferkaiser Friedrich II. in der ersten Hälfte des 13.
Jahrhunderts.
Dies zeigt, dass die antike Tradition auch im
Mittelalter noch wenigstens teilweise präsent gewesen und niemals ganz
abgerissen ist.
Allgemein wird der Begriff Renaissance auch verwendet,
um die Wiedergeburt der Werte, Bauwerke usw. eines vergangenen
Zeitalters oder einer Werteordnung zu bezeichnen.
»
Weiter... |