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In der barocken Baukunst wurde das Ganze des Bauwerkes
nicht mehr durch Summation von Einzelteilen verstanden, also vom Teil
zum Ganzen, sondern umgekehrt als einen ausdifferenzierten Organismus
vom Ganzen zum Teil. Als Vorreiter der barocken
Baukunst kann Michelangelo mit seinen späten römischen Bauten,
insbesondere dem Petersdom angesehen werden. Denn im Entwurf zu
Letzterem war eine bis dahin unbekannte kolossale Ganzheitlichkeit
erreicht. Sein Schüler Giacomo della Porta führte dieses Erbe in Rom
fort, wobei insbesondere die Fassade zu Il Gesu - der Mutterkirche des
Jesuitenordens - zu nennen ist. Diese leitete direkt zur bedeutendsten
frühbarocken Kirchenfassade über, Santa Susanna von Carlo Maderno. Im
17. Jahrhundert breitete sich der Barockstil in ganz Europa und
Südamerika aus, wobei sich die Jesuiten als Förderer hervor taten.
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